Methodik und Datenquellen
Was diese Seite zeigt, woher die Zahlen stammen und wo ihre Grenzen liegen. Datenstand: August 2026.
Warum hier keine einzelnen Stellenanzeigen stehen
Das AMS veröffentlicht seine Arbeitsmarktdaten über data.gv.at als offene Daten – allerdings ausschließlich aggregiert: Bestandszahlen je Geschäftsstelle, Beruf und Monat. Einzelne Inserate sind darin nicht enthalten und waren es nie.
Die Nutzungsbedingungen der AMS-Stellensuche „Alle Jobs Österreichs“ untersagen automatisiertes Auslesen ausdrücklich. Diese Seite hält sich daran: Sie verarbeitet nur die offiziellen Aggregate und verlinkt für konkrete Inserate in die vorbefüllte Suche des AMS. Es werden keine Inseratstexte, Firmennamen oder Kontaktdaten gespeichert.
Deshalb weichen die Zahlen ab. Die Zahlen auf dieser Seite sind ein Monatsstichtag der AMS-Statistik und zählen nur die dem AMS gemeldeten Stellen. Die AMS-Stellensuche zeigt dagegen tagesaktuelle Inserate aus allen Quellen, die das AMS aggregiert – eigener eJob-Room, Firmen-Schnittstellen und andere Jobbörsen. Beide Zahlen sind korrekt und werden trotzdem nie übereinstimmen.
Die 81 Regionen
AMS-Geschäftsstellen und politische Bezirke decken sich in Österreich nicht. An manchen Orten ist das AMS feiner gegliedert als die Politik – in Bruck-Mürzzuschlag etwa gibt es zwei Geschäftsstellen für einen Bezirk. Anderswo ist es gröber: Die Geschäftsstelle Eisenstadt betreut Eisenstadt-Stadt, Rust und Eisenstadt-Umgebung, also drei Bezirke.
Diese Seite verwendet daher die gröbste gemeinsame Einteilung: Eine Region ist die kleinste Einheit, die sich sowohl aus ganzen AMS-Geschäftsstellen als auch aus ganzen politischen Bezirken zusammensetzen lässt. Das ergibt 81 Regionen, die alle 94 politischen Bezirke lücken- und überschneidungsfrei abdecken. Wo mehrere Geschäftsstellen in eine Region fallen, werden ihre Bestände addiert – das ist verlustfrei. Wo eine Geschäftsstelle mehrere Bezirke abdeckt, werden deren Flächen auf der Karte verschmolzen.
Die Berufsfelder
Die AMS-Berufssystematik gliedert in „Berufs-4-Steller“ – 457 Codes, deren amtliche Bezeichnungen für eine Jobsuche wenig taugen („Gaststättenköch(e)innen“). Diese Seite fasst sie in 27 Berufsfelder zusammen und verwendet für die häufigsten Berufe lesbare Bezeichnungen.
Diese Berufsfelder sind eine eigene Zusammenfassung und keine offizielle AMS-Gliederung. Wer mit den amtlichen Kategorien arbeiten muss, sollte direkt die Originaldatensätze verwenden.
Die Anspannungskennzahl
„Arbeitsuchende je Stelle“ ist die übliche Stellenandrangziffer: die Zahl der beim AMS gemeldeten Arbeitsuchenden eines Berufs geteilt durch die Zahl der offenen Stellen im selben Beruf und derselben Region.
Die Richtung ist kontraintuitiv: Ein niedriger Wert bedeutet wenig Konkurrenz und gute Chancen für Bewerber:innen – für Betriebe dagegen einen schwer zu besetzenden Markt. Österreichweit liegt der Wert über alle Berufe bei 3.9. Sind in einer Region für einen Beruf keine Arbeitsuchenden gemeldet, zeigt diese Seite bewusst keinen Wert statt einer Null – das wäre eine andere Aussage.
Der Lehrstellenmarkt
Lehrstellen werden getrennt ausgewiesen, weil sie einem eigenen Markt mit eigener Zielgruppe folgen. Die Kennzahl ist die Lehrstellenandrangsziffer des AMS: sofort verfügbare Lehrstellensuchende geteilt durch sofort verfügbare offene Lehrstellen. „Sofort verfügbar“ heißt, dass die Lehrstelle bereits angetreten werden könnte und die suchende Person noch keine Einstellzusage hat.
Diese Einschränkung ist wesentlich: Zählt man alle gemeldeten Lehrstellen und Suchenden, ergibt sich für 2026-08 ein Wert von rund 1,1 statt 1,8 – die niedrigere Zahl wäre aber mit keiner veröffentlichten AMS-Angabe vergleichbar.
Der Lehrstellenmarkt schwankt stark im Jahresverlauf. Kurz vor Beginn des Lehrjahres im Spätsommer suchen die meisten Jugendlichen, der Andrang erreicht dann seinen Höchststand. Ein Vergleich zweier verschiedener Monate führt deshalb leicht in die Irre; aussagekräftig ist der Vergleich mit demselben Monat des Vorjahres.
Der Datensatz verwendet Berufs-6-Steller. Deren mittlere vier Stellen sind der 4-Steller des Hauptdatensatzes (B160180 → B1601, Maurer:in), wodurch sich Lehrberufe denselben Berufsfeldern zuordnen lassen. In kleinen Regionen ist die Kennzahl mit Vorsicht zu lesen: Bei wenigen gemeldeten Lehrstellen verschieben schon einzelne Meldungen das Verhältnis deutlich.
Anspannung im Zeitverlauf
Die Verlaufsdiagramme rechnen für jeden Monat Arbeitsuchende geteilt durch offene Stellen – dieselbe Kennzahl wie beim Stichtag, nur über 60 Monate. Monate ohne gemeldete offene Stellen ergeben keinen Wert und unterbrechen die Linie, statt als Null zu erscheinen.
Auf den Seiten zu Beruf und Region zeigt der Verlauf das gesamte Berufsfeld in dieser Region, nicht den einzelnen Beruf: Für einzelne Berufe sind die Monatszahlen in den meisten Regionen zu klein, um daraus einen belastbaren Verlauf zu lesen.
Welche Seiten es gibt
Eine eigene Seite pro Beruf und Region entsteht ab 5 offenen Stellen, ein Beruf bekommt ab 20 Stellen österreichweit eine Überblicksseite. Das ergibt aktuell 3 376 Kombinationsseiten. Unterhalb dieser Schwellen wird bewusst keine Seite erzeugt: Eine Seite über zwei offene Stellen hat keine eigene Aussage.
Dieselbe Logik gilt für Berufsfeld und Region ab 10 offenen Stellen (1 219 Seiten). Die Schwelle liegt dort höher, weil ein Berufsfeld mehrere Berufe bündelt und entsprechend mehr Bestand braucht, um eine eigene Aussage zu tragen.
Zwei geografische Ebenen
Neben den 81 Regionen gibt es die neun Bundesländer als gröbere Ebene. Sie sind schlicht die Summe ihrer Regionen – es fließen keine anderen Daten ein. Wer noch nicht weiß, in welchen Bezirk er will, findet dort den Überblick; wer es genau wissen will, geht eine Ebene tiefer.
Wien ist beides zugleich: ein Bundesland und eine einzige Region. Die Zahlen sind dort auf beiden Ebenen identisch.
Bekannte Näherungen
- Die AMS-Geschäftsstelle Salzburg wurde im Mai 2022 in Stadt und Umgebung geteilt. Für Monate davor wird der gesamte Bestand Salzburg-Stadt zugerechnet.
- Die Bezirksgrenzen auf der Karte sind der Gebietsstand 2021. Politische Bezirksgrenzen ändern sich sehr selten.
- Der Link in die AMS-Suche verwendet einen Ortsnamen ohne Umkreis. In ländlichen Regionen fällt die Trefferzahl dort deshalb kleiner aus, als der Bestand der ganzen Region vermuten ließe.
- Sammelmeldungen einzelner Arbeitgeber können einen Beruf regional stark konzentriert erscheinen lassen. Meldet etwa ein Land seinen Lehrkräftebedarf gebündelt über eine Geschäftsstelle, springt der Bestand dort binnen eines Monats um ein Vielfaches, während Nachbarregionen leer bleiben. Die Zahlen sind korrekt wiedergegeben, spiegeln aber die Meldepraxis und nicht unbedingt den tatsächlichen Arbeitsort.
- Die Berufsbezeichnungen folgen weitgehend der AMS-Systematik. Wo deren Schreibweise von der üblichen abweicht, wird die übliche verwendet – der zugrunde liegende AMS-Code bleibt unverändert.
Quellen
- AMS Österreich: „Offene Stellen nach Berufen – Bestand“ und „Arbeitslose nach Berufen, Nationalität – Bestand, Zugang, Abgang“, veröffentlicht über data.gv.at, Lizenz CC BY 4.0.
- AMS Österreich: „Offene Lehrstellen und Lehrstellensuchende nach Verfügbarkeit und Berufen“, ebenfalls über data.gv.at, CC BY 4.0.
- Bezirksgrenzen: Statistik Austria, Verwaltungsgrenzen, CC BY 4.0.